Besonders Schnee und Eis stellen für die Reifen, die Scheibenwischer, die Scheinwerfer und andere Komponenten große Herausforderungen dar. Sind es im Frühjahr und Sommer eher die Pollen und die Hitze, die dem Auto zusetzen, so müssen Karosse, Autoteile und Lack im Winter vor allem gegen Nässe, tiefe Temperaturen und vor allem Streusalz kämpfen. Die Bauteile sind zwar mit Unterbodenschutz und Lack geschützt, aber Salz und Split setzen auch der besten Schutzschicht irgendwann zu. Wir geben Ihnen in diesem Artikel die zehn besten Tipps, mit denen sie ihr Auto pflegen und somit optimal durch den Winter bringen können.

Schutz für den Motor

Gerade bei tiefen Temperaturen sollte der Motor immer ordentlich warmgefahren werden, damit sich das Öl überall im Motor verteilen kann. Das Warmlaufen des Motors im Stand ist allerdings nicht der richtige Weg. Zum einen ist die Schadstoffbelastung dann für die Umwelt besonders schädlich und Sie riskieren sogar ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro und zum anderen ist dabei auch der Verschleiß höher, da der Motor im Stand weniger schnell warm wird als während der Fahrt. Ebenfalls wichtig ist die Wahl des richtigen Kühlerfrostschutzes, der mindestens einen Schutz bis -25 °C sicherstellen sollte. Ein Blick auf den Kühlflüssigkeitsbehälter im Motorraum gibt Auskunft über den Füllstand im Kühlsystem. Ebenfalls wichtig ist, dass Motoröl mit einer ausreichenden Pumpbarkeit auch bei tiefen Temperaturen eingefüllt ist. Gab es früher Sommer-Öl und Winter-Öl, so ist diese Unterscheidung jetzt nicht mehr wichtig. So gibt beispielsweise der Zusatz 15W beim Öl SAE 15W-40 an, dass der Schmierstoff auch bei einer Außentemperatur von -25 °C noch durch den Motor gepumpt werden kann. Damit sich das Öl richtig erhitzen und verteilen kann und damit die Batterie nicht zu sehr leidet, sollten zudem Kurzstrecken unbedingt gemieden werden.

Die Scheibenwischanlage richtig nutzen

Damit Pumpe und Düsen auf bei Minusgraden nicht einfrieren, sollte rechtzeitig vor dem ersten Frost Scheibenfrostschutzmittel in den Behälter der Wischanlage eingefüllt werden. Wenn Konzentrat noch gemischt werden muss, sollten Sie im Herbst den Wischwasserbehälter komplett leeren, um dann die frostsichere Wischflüssigkeit im richtigen Mischungsverhältnis einfüllen zu können. Damit die Wischerblätter nicht anfrieren, sollten sie über Nacht hochgeklappt werden, denn werden angefrorene Wischer mit Gewalt von der Scheibe abgezogen, kann der Wischergummi beschädigt werden. Zudem sollten Sie die Scheibenwischanlage nur auf eisfreier Scheibe nutzen, da die scharfen Kanten vom Eis sonst das Wischerblatt beschädigen könnten.

Die Fensterscheiben innen gegen Beschlagen schützen

Um ein Beschlagen der Scheiben von innen oder gar ein Gefrieren der Nässe im Innenraum zu vermeiden, sollten Sie so wenig Feuchtigkeit wie nur möglich ins Auto verschleppen. Die Schuhe und die Hosen sollten also vor dem Einsteigen immer ordentlich von Schnee und Eis befreit werden, da dies sonst während der Fahrt taut und sich als Flüssigkeit im Fußraum sammelt. Vor dem Winter sollte die Scheibe mit einem Reiniger und einem fusselfreien Tuch vom Dreck befreit werden, der ein Beschlagen begünstigen würde. Sie können zusätzlich noch eine dünne Schicht Antibeschlagspray auf die Innenseite der Frontscheibe aufbringen, was die Beschlagneigung zusätzlich senkt.

Die Beleuchtung checken

Auch wenn die Lichtanlage natürlich das ganze Jahr über einwandfrei funktionieren sollte, so ist sie in der dunklen Jahreszeit doch umso wichtiger. Ein kostenloser Lichttest, der im Monat Oktober jedes Jahr von den Fachwerkstätten angeboten wird, sollte genutzt werden, um Defizite bei der Beleuchtung rechtzeitig zu erkennen und zu beheben. Die Glühlampen und LED-Systeme sind bei tiefen Temperaturen stärkeren Belastungen ausgesetzt.

Pflege der Türgummis

Um zugefrorene Türen und spröde Türdichtungen zu vermeiden, sollten die gesäuberten Türgummis im Herbst mit einem Fettstift behandelt werden. Somit perlt Wasser einfach ab und der Gummi bleibt auch bei Minustemperaturen geschmeidig. War der Winter sehr hart und lang, so sollte im Frühjahr noch einmal nachgefettet werden, um den Feuchtigkeitsschutz zu erneuern.

Türschlösser gegen Einfrieren schützen

Auch wenn sich die meisten modernen Autos heutzutage mit der Fernbedienung oder gar nur durch bloße Annäherung mit dem Schlüssel in der Tasche entriegeln lassen, so sollte auch das eine noch vorhandene Türschloss im Herbst genau wie die Türscharniere ordentlich geölt werden. Zudem gehört im Winter der Schlossenteiser zur Grundausstattung, aber eben nicht ins Auto, sondern in die Handtasche oder die Jackentasche.

Der Batteriecheck

Für den Akku sind Minusgrade pures Gift. Selbst ein intakter Stromspeicher kann bei Temperaturen unter Null nicht mehr seine voll Leistungsfähigkeit erbringen und ältere, bereits stark beanspruchte Batterien versagen ihren Dienst wohlmöglich komplett. Die Lebensdauer der Batterie lässt sich durch zweimaliges Laden im Jahr am Ladegerät verlängern. Ist der Akku schon älter, so sollten Sie ihn ohnehin vor dem Winter einmal komplett laden.

Das Auto öfter einmal waschen

Autowaschen im Winter? Unbedingt, aber bitte nur bei Plusgraden, denn sonst besteht die Gefahr, dass Schlösser und Türen zufrieren und im schlimmsten Fall sogar die Bremse fest friert. Zudem trocknet das Auto bei Temperaturen über Null schneller. Eine Wäsche ist auch im Winter wichtig, um Schmutz und Salz zu entfernen. Es muss nicht immer gleich das Premiumprogramm in der Waschanlage sein, denn oft reicht es schon, die Basispflege (Idealerweise mit Unterbodenwäsche) zu wählen oder auch nur den gröbsten Dreck mit dem Hochdruckreiniger zu entfernen. Waschen mit dem Schwamm von Hand ist hingegen nicht zu empfehlen, denn dabei werden Salz und Schmutz lediglich auf dem Lack verrieben.

Den Lack noch vor dem ersten Frost ausbessern

Kleine Schäden im Lack können im Winter dem Streusalz eine gute Angriffsfläche bieten und zur Rostbildung neigen. Kleine Schäden sicherheitshalber mit dem Lackstift überdecken und dann im Frühjahr professionell beseitigen lassen. Den Lack schützen Sie zudem, wenn Sie ihn im Herbst mit einer Schicht Hartwachs konservieren.

Auf die richtige Bereifung kommt es an

Winterreifen oder mindestens Allwetterreifen mit Winterzulassung sind in der kalten Jahreszeit absolute Pflicht. Warten Sie mit dem Aufziehen nicht unbedingt bis zum ersten Schnee oder dem ersten Nachtfrost. Beobachten Sie den Wetterbericht und entscheiden Sie sich rechtzeitig für einen Wechsel. Prüfen Sie vor dem Aufziehen die Profiltiefe. Die vorgeschriebenen zwei Millimeter bieten bei Schnee und Eis keine 100%ige Sicherheit mehr. Lieber etwas früher auf neue Reifen wechseln. Zudem sollten alte Reifen generell nach sechs bis acht Jahren ausgetauscht werden.